Beim Hören von Musik spielt neben der Melodie der Rhythmus eine besonders wichtige Rolle und ist mitbestimmend für den Ausdruck eines Musikstückes. Bei den traditionellen Musikstücken ist ein Rhythmus eingebunden in ein Taktgefüge und auch allein dieses Taktgefüge oder eben der Takt wirkt sich auf den Ausdruck der Musik aus. Bei den meisten Musikstücken können wir einen durchgehenden Pulsschlag oder Grundschlag bestimmen, den wir meist gut mitklatschen können. Diesen gleichmäßigen Grundschlag nennen wir Metrum. Mit dem Metronom messen wir die Geschwindigkeit (Tempo) dieser Grundschläge. Der Takt ordnet die Grundschläge in Gruppen, wodurch ein meist regelmäßiger Wechsel zwischen betonten und unbetonten Grundschlägen entsteht. Durch die Takteinteilung wird ein Musikstück überschaubarer. Man kann sich in der Musik besser orientieren. Jeder Takt beginnt mit einem betonten Grundschlag. Die Taktangaben werden meist als Bruch angegeben. Die Notenwerte stehen im Nenner (unten), die Anzahl der Notenwerte im Zähler (oben). Den 2er und den 4er Takt nennt man gerade Taktarten, den 3er und 6er ungerade.

Einfache Taktarten

Wir sehen hier 4 Beispiele einfacher Taktarten. Das Metrum in den Viertel-Taktarten sind die Viertel, beim 6-Achtel-Takt die Achtel. Da Märsche den 2-Viertel-Takt und Walzer den 3-Viertel-Takt  als Grundlage haben, können wir uns die Begriffe Marsch und Walzer für diese Taktarten merken.

Hier 4 Musikstücke in diesen einfachen Taktarten. Zunächst wird der Takt auf einem Ton angedeutet, dann wird das Stück gespielt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben den einfachen, allerdings häufig anzutreffenden Taktarten, gibt es viele weitere:

  • Halbe-Taktarten (2/2, 3/2)
  • Viertel-Taktarten(2/4, 3/4, 4/4, 5/4, 6/4)
  • Achtel-Taktarten (3/8, 4/8, 6/8, 7/8, 11/8)
  • Sechzehntel-Taktarten (4/16,12/16)

 

Beispiele für Taktarten

  • Einfache Taktarten gerade und ungerade: 1 – 5
  • Regelmäßig zusammengesetzte Taktarten: 6 – 8
  • Unregelmäßig zusammengesetzte Taktarten: 9 und 10
  • Taktwechsel: 11

 

 

Wir lassen uns diese Taktarten nun vorspielen. Die Notenwerte werden vom Klavier auf einem Ton gespielt, damit wir auch die Länge eines Notenwertes beim Spiel darstellen können. Beim zweiten Vorspiel klatschen wir mit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hören wir Musik, gleich welcher Art, dann spielt für uns die Melodie eine sehr wichtige Rolle. Die Melodie ist der Bestandteil in der Musik, den wir bei vielen Musikstücken zumindest teilweise mitsingen können. Melodien sind also besonders wichtige Bestandteile der Musik. Wir können beim Hören einer Melodie auf einige wichtige Merkmale achten:

1. Richtungsverlauf

Verbindet man bei einer Melodie die Notenköpfe, so ist eine für die Melodie typische Verlaufsrichtung zu erkennen. Eine Melodie kann steigen, fallen, auf einem Ton ver­harren oder auch wellenförmig, bogenförmig, zick-zack-förmig usw. verlaufen. Sie kann stark bewegt sein oder eher wenig Bewegung enthalten. Auch kann eine Melodie aus einer eher zusammenhängenden Linie bestehen oder aus kurzen Teilen (Phrasen) zusammengesetzt sein.

2. Verlaufsart

Die Art und Weise, wie eine Melodie die nacheinander folgenden Töne verbindet, er­gibt die Verlaufsart. Eine Melodie kann vorwiegend in Schritten oder in Sprüngen verlaufen. Man kann mit Hilfe der Intervallbezeich­nungen (siehe Beitrag Intervalle) angeben, welche Tonabstände in welcher Häufigkeit verwendet werden. Bestimmte Melodietypen verwenden eher Schritte, andere eher sehr viele Sprünge, wieder andere eine Mischung.

3. Tonumfang

Den Abstand vom tiefsten Ton einer Melodie bis zum höchsten nennt man Tonum­fang (Ambitus). 10 Töne etwa stellen einen mittleren Tonumfang dar. Dies ist auch der Bereich, in dem die menschliche Stimme bequem singen kann. Ein deutlich geringerer Tonumfang nennt man klein oder sehr klein (z. B. nur 3 Töne), einen größeren groß oder sehr groß (z. B. 16 und mehr Töne). Sehr große Tonabstände sind nur von Instrumenten auszu­führen.

4. Ausdruck, Wirkung

Aufgrund der Gestaltung von Richtungsverlauf, Verlaufsart und Tonumfang ergibt sich die Wirkung einer Melodie. Sie kann gesanglich, spielerisch, lustig hüpfend, monoton, unruhig springend etc. sein. Neben den genannten melodischen Gestaltungsmitteln ist für den Charakter einer Melodie die Verwendung bestimmter Notenwerte (siehe Beitrag Rhyth­mus) von besonderer Bedeutung.

Wir wollen uns dies alles nun einmal im Notenbild anschauen und lassen uns die Melodien vorspielen. Um die Einflüsse der unterschiedlichen Notenwerte auszuschalten, verwenden die vier Melodien alle die gleichen Notenwerte.

Melodie 1:

Diese Melodie hat wenig Bewegung und verläuft in leichten Wellen. Von einem Ton zum anderen verläuft sie in Schritten. Ihr Tonumfang ist klein. Ihr Charakter ist eher ruhig und besinnlich.

Melodie 2:

Diese Melodie bewegt sich auf und ab. Sie verläuft neben wenigen Schritten überwiegend in Sprüngen. Sie hat einen mittleren Tonumfang. Ihr Charakter ist durchaus lebendig.

Melodie 3:

Diese Melodie schreitet treppenförmig auf und ab. Sie verläuft in kleinen Sprüngen. Die Treppenstufen bilden gleichbleibende Töne. Sie hat einen mittleren Tonumfang. Ihr Charakter ist eher streng und bestimmt.

Melodie 4:

Diese Melodie verläuft in einer Zick-Zack-Bewegung. Sie verwendet überwiegend Sprünge, auch große Sprünge. Der Tonumfang ist noch im mittleren Bereich. Der Charakter ist unruhig und wild.

 

 

 

 

 

 

 

Zwei einfache Musikstückchen aus dem Album für die Jugend von Robert Schumann sollen die Rolle der Melodie für die Wirkung eines Musikstückes nochmals verdeutlichen. Hier nun spielen allerdings auch die Notenwerte und damit der Rhythmus eine zusätzliche Rolle.

Die Melodie des Stückes Wilder Reiter springt zick-zack-förmig wild auf und ab, während die Melodie des Stückes Stückchen mit wenig Bewegung in leichten Wellen und überwiegend in Schritten verläuft.

 

Die Fähigkeit Notenschrift lesen und schreiben zu können ist eine Grundlage für jeden, der Musik spielen, komponieren oder sich genauer mit Musik beschäftigen möchte. Die Kenntnis der Notenschrift ist für das Hören der Musik nicht unbedingt notwendig. Wer die Notenschrift allerdings lesen kann, wird viele grundlegende Sachverhalte besser verstehen und erkennen können.

Tonhöhen

Die Töne eines Liedes bzw. einer Melodie sind verschieden hoch. Sie können fallen, steigen oder auch gleich hoch sein. Um die Töne einer Melodie aufzuschreiben, benützen wir fünf Notenlinien, das Fünf-Linien-System. Dieses besteht also aus 5 Linien und entsprechend 4 Zwischenräumen.Wir zählen die Linien und Zwischenräume von unten nach oben.                   

Die Noten können auf einer Linie, zwischen zwei Linien, unter der ersten und über der 5. Linie ste­hen. Um noch weitere höhere oder tiefere Töne aufschreiben zu können, benötigen wir obere und untere Hilfs­linien.

 Die Notennamen, die grundlegend für alle weiteren Notenbezeichnungen sind, heißen: c d e f g a h.

Zu Beginn eines Notensystems steht ein Schlüssel, der uns anzeigt, auf welcher Li­nie ein bestimmter Ton zu finden ist. Der wichtigste Schlüssel ist der Violinschlüssel, den man auch G-Schlüssel nennt, weil er anzeigt, wo der Ton g zu finden ist. Der Violinschlüssel steht im Notensystem auf der 2. Linie. Wir finden also den Ton g auf der 2. Linie. Somit können wir auch die anderen Töne bestimmen.

Die gleichen Notennamen mit unterschiedlicher Tonhöhe werden durch Zahlen unterschieden. Man spricht von c1, d1 oder c2, d2 usw. (Es finden sich manchmal auch statt der Zahlen hinter den Noten Striche, dann spricht man von c eingestrichen, c  zweigestrichen usw.). Die Noten unter­halb des c1 nennt man kleines h, a oder g.

 

Erhöhung und Erniedrigung von Tönen 

Die Töne, die wir bisher kennengelernt haben, nennt man Stammtöne. Mit diesen Stammtönen allein können wir nur wenige Musikstücke notieren und spielen.

 

Anhand einer Klaviatur, der Tastenreihe eines Klaviers, sehen wir, dass es zwischen den weißen Tasten -dies sind die Stammtöne- auch noch schwarze Tasten gibt, wobei sich zwischen den Tönen e und f und zwischen h und c keine schwarzen Tasten befinden. Die Töne der schwarzen Tasten gewinnt man durch Erhöhung oder Erniedrigung der Stammtöne. Jeder Ton kann durch -Vorzeichen erhöht oder durch -Vorzeichen erniedrigt werden. Der Buchstabe bekommt bei der Erhöhung die Silbe is angehängt, bei der Erniedrigung ein es, aus a wird jedoch as und aus h wird b!

 

 

 

 

                                                       


 
 
Auf den ersten Blick scheinen dies viele neue Töne zu sein. Wir erkennen jedoch bald, dass bestimmte Töne zwar verschieden geschrieben werden, jedoch gleich klingen, ein cis klingt wie ein des.
 

Der Bass-Schlüssel 

Der Bass-Schlüssel, auch f-Schlüssel genannt, weil er auf der Linie mit dem Ton f beginnt, erweitert die Notation nach unten und erspart eine Menge Hilfslinien. Das c1 haben beide Notensysteme gemeinsam. Es steht genau in der Mitte der beiden Systeme. Zwischen ihnen verläuft nur eine Hilfslinie.  

 

Grafische Notation

Bestimmte musikalische Vorstellungen lassen sich nicht mit der herkömmlichen Notation aufschreiben. So standen einige zeitgenössische Komponisten vor der Situation, dass für ihre Musik die traditionelle Notenschrift nur noch teilweise verwendbar war. Insbesondere, wenn der Komponist dem Interpreten, der die Komposition in klingende Musik umsetzt, Freiheiten einräumen will, ist die grafische Notation gut geeignet. Die Zeichen dienen dann als Anregung bestimmte Klangaktionen auszuführen.

 

Tondauern und ihre Notation

In der Musik werden lange und kurze Töne in mehreren Abstufungen verwendet. Hier werden die wichtigsten Notenwerte (Tondauern) mit den dazugehörigen Pausen dargestellt:

Der nächst größere Notenwert ist also immer doppelt so lang wie der kleinere!

 

Ein Punkt hinter der Note verlängert diese um die Hälfte ihres Wertes. Wir sprechen von punktierten Notenwerten.

Punktierte Halbe = 3 Viertel

Punktierte Viertel = 3 Achtel

Punktierte Achtel = 3 Sechzehntel